Viel Arbeit für "ein" Buch
Bereits im Herbst 2003 hatten wir beschlossen, unser Liederbuch zu überarbeiten und uns gezielt auf die Suche nach neuen Liedern zu machen.
2 Probehefte mit ca. 200 neuen Liedern wurden in der Folge erstellt – Lieder, die bei mehreren Singwochenenden und in unseren Gottesdiensten erprobt wurden. Viele Menschen schickten uns Lieder
oder Liederbücher, sodass uns insgesamt ca. 13.000 Lieder (viele natürlich doppelt oder mehrfach) zur Auswahl zur Verfügung standen.
Im November 2004 entschieden wir uns dann, ein komplett neues Liederbuch zusammen zu stellen. Mit Hilfe eines Fragebogens an die Nutzer unsers letzten Liederbuches „Du wirst ein Segen sein“ wurde erhoben, welche Lieder auch im neuen Liederbuch enthalten sein sollten. Außerdem kamen aus vielen Pfarren Rückmeldungen, welche neuen Lieder gewünscht werden.
Ein kompetentes Team von Praktikern aus verschiedenen Bereichen (Liturgie, Jugend, Schule, Kirchenmusik, Chöre,
Haus der Stille) traf sich von Herbst 2005 bis Mai 2006 acht Mal, um die endgültige Auswahl der Lieder für das neue Buch festzulegen. Insgesamt wurden mehr als 1300 Lieder von den einzelnen
Teammitgliedern erarbeitet, bewertet und diskutiert, von denen dann 474 aufgenommen wurden. 40 % der Lieder wurden aus dem alten Liederbuch übernommen, 60% der Lieder sind neu
bzw. erstmals in einem Haus-der-Stille-Liederbuch enthalten, darunter auch eine komplette Messreihe („Tief in mir“), die erst 2006 im Auftrag des Pastoralamtes unserer Diözese von James Moore komponiert worden war.
Folgende Zahlen mögen dir einen Einblick auch in den materiellen und
finanziellen Aufwand
geben, den ein solches Projekt mit sichbringt:
- ca. 20.000 Kopien waren nötig;
- ca. 3.500 Arbeitsstunden wurden von ca. 30 Personen geleistet (angefangen vom Tippen der Liedtexte bis zur Gestaltung des Umschlages);
- Die Rechte von über 100 Verlagen und Autoren mussten eingeholt werden – vieles konnte Gott sei Dank reibungslos über die VG Musikedition in Kassel abgewickelt werden;
- mehr als 30 GB Daten wurden in die Druckerei geliefert – das Resultat ist ein gestochen scharfes Notenbild in höchster Auflösung;
- last but not least waren mindestens 100 Packungen Mannerschnitten nötig, um das Team bei seinen vielen Sitzungen bei Kräften zu halten 😉
Präsentation
Vor ca. 100 Gästen, die unserer Einladung gefolgt waren, konnten wir am Donnerstag, 31. August, das Liederbuch feierlich präsentieren. Dieser Termin knapp vor Schulbeginn war uns auch deswegen wichtig, weil im Herbst alle maßgeblichen Gruppen (Kirchenmusiker, Religionslehrer, Pfarrer, Pastoralassistenten, Chorleiter) ihre Tagungen haben und dort das Buch vorgestellt werden kann.
Als besondere Ehrengäste konnten wir bei dieser Präsentation begrüßen:
- Weihbischof Dr. Franz Lackner ofm, Referatsbischof der Österreichischen Bischofskonferenz für die Kinder- und Jugendseelsorge,
- Prälat Gottfried Lafer, Dompfarrer in Graz und Bischofsvikar für Liturgie,
- P. Anton Bruck ofm, Provinzial der Österreichischen Franziskanerprovinz, der auch ein Grußwort für das Liederbuch geschrieben hat.
P. Karl als Initiator und Herausgeber erläuterte, warum wir uns entschieden hatten, nach 13 Jahren wieder ein neues Liederbuch zu machen. Hans Waltersdorfer schilderte als Projektleiter den vielschichtigen und langwierigen Prozess der Entstehung des neuen Buches. Danach wurde das Liederbuch an die Ehrengäste, an die engagierten Mitarbeiter im Liederbuchteam und an Roland Kadan, der einige Monate
mit der Arbeit an den Noten verbracht hatte, überreicht.
Nach Grußworten von Provinzial P. Anton Bruck und Weihbischof Franz Lackner wurden unter der Leitung des diözesanen Liturgiereferenten Erwin Löschberger einige Lieder gemeinsam gesungen.
Zum Abschluss dieses überaus gelungenen Abends konnte Hausleiterin Colette Brun alle Anwesenden in den Speisesaal einladen zum Buffet, das von Ingrid Fruhmann und Manfred Nachtnebel, unterstützt durch Klara Haugeneder, wieder meisterlich vorbereitet war – ein Schmaus auch für die Augen!
Viele Bilder von dieser Präsentation findest du auf unserer Homepage: www.haus-der-stille.at.
Dank und Bitte
Allen, die uns in irgend einer Form geholfen haben, dieses Projekt zu realisieren, sei auch auf diesem Weg ein herzliches „Danke“ gesagt!
Auch wenn manches von der Arbeitsleistung ehrenamtlich beigetragen wurde, ist doch klar, dass ein solches Projekt auch einen großen finanziellen Aufwand für uns bedeutet, der sich frühestens ab einer 3. oder 4. Auflage amortisiert. Es ist uns dennoch ein Anliegen, durch einen möglichst günstigen Preis (bis Ende Oktober gilt noch der sensationelle Einführungspreis von € 8,90!) diesen neuen Liedern rasch zu einer weiten Verbreitung zu verhelfen. Wenn du dieses Anliegen unterstützen willst, sind wir auch für Spenden für dieses Projekt sehr dankbar! Oder hilf mit, dieses Liederbuch rasch bekannt zu machen. Werbefolder oder Liederbücher auf Kommission, die du bei Veranstaltungen verkaufen kannst, stellen wir dir gerne zur Verfügung!
Gedanken zum Titelbild
Menschen auf dem Weg durch die Nacht. Sie tragen Lichter in den Händen – eine samstägliche Lichterprozession (beim Jugend-Singwochenende im März 2006), die hinüberführen soll in das Licht und die Freude der Auferstehung, die wir am Sonntag feiern.
Der zuletzt in Wien lehrende Liturgiker Hans Jörg Auf der Maur sagte bei seiner letzten öffentlichen Vorlesung: „In der
Dunkelheit der Nacht ein Licht anzuzünden, ist der Sinn der christlichen Liturgie.“ Das an sich dunkle Motiv im modernen Breitbildformat ist eingebettet in einen warmen Hintergrund, der die Farbtöne der Lichter aufgreift und weiterführt – so wie all unser Dunkel im Licht des Glaubens seine angstmachende Kraft verliert. Zugleich kann diese Gestaltung aber auch Ausdruck dafür sein, wie unsere kleinen Lichter weiterwirken und über alles Dunkel hinaus Licht und Wärme bringen können.
Das gemeinsame Unterwegssein (erkennbar in den durch die Bewegung verschwommenen Konturen) stiftet Gemeinschaft und Beziehung der Menschen untereinander, macht sie zu WeggefährtInnen. Unterwegs sind sie aber auch mit einem anderen: Jesus, dessen auferstandene Gegenwart das Licht in den Händen symbolisiert – und auf einen anderen hin: Gott, das große und letzte Ziel allen menschlichen Unterwegsseins.
Diese vielschichtigen Beziehungen einer Liturgie feiernden Gemeinde, letztlich der Kirche, kommen auch im Titel des Liederbuches zum Ausdruck: „Du mit uns“ ist zugleich Einladung an die Mitmenschen: Du, komm und geh mit uns, feiere mit uns, lebe mit uns! und Ausdruck des Vertrauens in Gott, der in der Zusage der bleibenden Nähe sein Wesen zum Ausdruck bringt in seinem Namen: Jahwe – Ich bin da, ich bin mit euch!
Hans Waltersdorfer